Papa-Post

Huch – schon wieder ein neuer Artikel? Wie kommt denn das?

Naja, in erster Linie liegt es daran, dass ich gerade wieder ein bißchen Zeit habe und dass ich durch den Artikel gestern meine Freude am Schreiben wieder entdeckt habe. Und da die Besucherzahlen in den letzten beiden Tagen auch gar nicht mal schlecht aussahen, dachte ich, sauge ich mir doch heute nochmal was aus den Fingern. Hehe. Kleiner Scherz – ich habe nämlich eigentlich einen tollen Artikel gefunden, den ich gerne mit euch teilen wollte und auch gerne eure Meinung dazu hören würde.

Dieser Artikel ist für die Eltern, besonders die Väter unter uns, aber natürlich sind auch die kinderlosen Leser herzlich willkommen, ihn zu lesen.

Kurz zur Vorgeschichte – Nina, Joschi und ich waren am Samstag ein bißchen bummeln und sind unter anderem in ein Spielzeuggeschäft gegangen. Ich muss ja ehrlich sagen, mich faszinieren diese Geschäfte ja immer wieder und ich könnte mich da stundenlang aufhalten. Toll, was es so alles gibt – ist vielleicht das Kind in mir, aber ich würde am liebsten immer alles mitnehmen. :) Aber wie dem auch sei, am Eingang hat eine nette Dame ein paar Probepakete verteilt, in denen auch viel zum Lesen war, unter anderem eine Ausgabe der „Eltern“. Natürlich habe ich schon viele Exemplare gesehen und auch mal durchgeblättert, aber ich hatte nie wirklich die Zeit, mir Artikel durchzulesen. Und nun komme ich auch zum Punkt – dort habe ich einen Artikel gefunden, der mir klasse gefallen hat. Ich war so frei und habe ihn (mit Erlaubnis der Elternredaktion) eingescannt und werde ihn ans Ende meines Artikels einfügen, damit ihr ihn euch auch ganz durchlesen könnt, falls ihr Interesse habt.

Der Artikel heißt „Plötzlich Liebe“ (Ausgabe 04/2010, Philip Reichardt, Seite 72) und geht um die Gewinne und Verluste der Elternschaft aus Sicht eines Vaters. Er schreibt: „Natürlich, es hat sich einiges verändert. Ich gehe so früh zu Bett wie nie zuvor. Mein Fahrrad hat Rost angesetzt. In den Bergen war ich seit der Geburt meines Sohnes kein einziges Mal, weder zu Fuß noch mit dem Mountainbike. Ins Kino schaffte ich es seither genau einmal. Dafür kenne ich mich inzwischen  in Drogeriemärkten aus und wohne im ersten Stock. Das ist aber nur ein Teil der Wahrheit. Tatsächlich ist nämlich kaum etwas abhanden gekommen.“

Nachdem ich das las, musste ich ein wenig kichern, denn es steckt aus meiner Sicht so viel Wahrheit in diesen paar Sätzen. Es ist schon unglaublich wie viel man so selbstverständlich aufgibt, um ein Kind zu haben. Spontanität wird zu einem Fremdwort, Zweisamkeit ist kaum noch vorhanden und Müdigkeit wird zu einem alltäglichen Bestandteil. Aber dennoch ist „kaum etwas abhanden gekommen“. Was für ein schöner Satz! Der Autor des Artikels fährt dann fort und erzählt, was er nun für Substitute entdeckt hat, aber darauf will ich gar nicht eingehen, denn das ist für mich nicht das Entscheidende. Das was in dieser Aussage für mich zählt, ist die Einstellung. Ja, ich habe viel aufgegeben, aber ja, ich bekomme mindestens genau so viel auch zurück. Ich entscheide mich dafür, nicht dem Alten hinterher zu jammern, sondern das Neue zu genießen und zu erkennen, wie viel es mir gibt! Das finde ich das tolle und das besonders wichtige! Klar vermisse ich die Spontanität oft, natürlich genieße ich Zeiten wie heute, in denen ich für ein paar Stunden mit meiner Frau allein unterwegs sein kann, aber möchte ich dahin zurück? Möchte ich lieber wieder zu zweit „alleine“ sein? Möchte ich auf all das verzichten, was mit der Geburt von Joschi in mein Leben getreten ist? Die klare Antwort ist NEIN! Ich könnte es mir gar nicht mehr anders vorstellen!

„So wie früher. Zugleich verstand ich in diesem Moment, dass dieses Gefühl, das ich mir einige Augenblicke lang herbeisehnte, von meinem jetzigen Leben schon ein ganzes Stück entfernt lag. Das Beste daran ist die Gewissheit, etwas ganz und gar Richtiges zu tun. Nicht, dass vorher alles verkehrt war, keineswegs. Nur: Nie zuvor fühlte sich etwas so zweifellos richtig an.“

Das ist wovon ich rede, man fühlt und weiß einfach, dass dieses Leben das richtige für einen ist und dass es nicht anders sein sollte.

Später geht der Autor noch auf die Vorbildfunktion ein, die man als Elternteil automatisch einnimmt. Er schreibt: „Jetzt, mit der Erfahrung von 14 Monaten, halte ich es für eine schöne Vorstellung, zu wissen, dass ich ihn prägen werde. Ich werde sein Maßstab sein, eine ganze Weile lang. Er wird glauben, was ich sage, er wird mir vertrauen, dass die Entscheidungen, die ich treffe, richtig sind. (…) Bis er dann irgendwann seine eigene Maßstäbe entwickeln wird.“

Auch das ist für mich eine schöne, wenn auch irgendwie leicht aufregende Vorstellung – das bedeutet eine große Portion Verantwortung! Man möchte ja auch nichts falsch machen. Aber dennoch ist auch das eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte und ich freue mich darauf! Zum Glück muss ich diesen Weg ja nicht alleine gehen, sondern habe eine tolle Frau an meiner Seite, von der ich weiß, dass sie ein gutes Beispiel ist, da sie es ja für mich auch immer ist. Und sie passt gut auf, dass ich keinen Blödsinn mache. ;)

So kann ich abschließend nur sagen, dass das Vater- bzw. Muttersein eins der schönsten und erfüllenden Dinge ist, das dieses Leben zu bieten hat. Wir können so viel lernen, selber wachsen, viel geben, aber auch so unglaublich viel zurückbekommen. Ja, ich bin noch nicht der erfahrenste Vater, den es auf Erden gibt, aber ich liebe diese Rolle und möchte sie nie mehr hergeben. Ich weiß, dass diese Gefühle nicht immer schwups-di-wups kommen, oft braucht es viel Zeit und Geduld, ehe man sich mit dieser Rolle „anfreundet“, lernt damit umzugehen. Aber ich denke, dass man selbst in den schwersten Zeiten immer tief in einem fühlt, dass es das Richtige ist.

Gut, nun ist aber auch wieder genug vom ganzen Geschleime und Gesülze – ich hoffe, ich konnte euch den Artikel ein wenig schmackhaft machen und ihr werdet ihn euch nun durchlesen. Wie gesagt, ich würde mich riesig freuen, wenn auch ihr eure Kommentare/Gedanken dazu äußern würdet. Ich bin sehr gespannt!

Hier der Link zum Artikel: Plötzlich Liebe

„Ich hatte ein schönes Leben und genug Schlaf. Aber jetzt fühle ich mich kompletter.“

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